App-Symbol von AutoSOS: ein weißes Schutzschild auf petrolfarbenem Grund mit einem coralfarbenen Herz in der Mitte.

Dein Ex lässt dich nicht in Ruhe?

Was du bei Stalking tun kannst. Und wie du nicht allein bist, wenn er wieder vor dir steht.

Er wartet vor deiner Arbeit, an der Haltestelle, vor deiner Tür. Vielleicht hast du ihn schon angezeigt, und das Verfahren wurde eingestellt: Aussage gegen Aussage. Damit bist du nicht allein. Wird in Deutschland jemand von einem Partner gestalkt, ist es in fast neun von zehn Fällen der Ex. Und meist läuft es nicht übers Internet, sondern so: Er taucht auf, wartet, folgt. Hier steht, was Polizei und WEISSER RING raten, und was AutoSOS für den Moment tun kann, in dem er wieder vor dir steht.

Was du tun kannst

Wenn er wieder vor dir steht

Oft ist es keine Lage für die 110. Er steht nur da, redet auf dich ein, lässt dich nicht vorbei. Zum Handy zu greifen traust du dich nicht, weil er es sieht. Genau dafür ist AutoSOS da.

Wenn du ahnst, dass er wieder wartet

Zur Arbeit, nach Hause, zum Gericht. Mit dem Wachsam-Modus geht eine Vertrauensperson auf deinem Weg mit: Sie sieht, wo du bist, und kann jederzeit mithören. Hört sie, dass er dich bedrängt, löst sie selbst den Alarm aus. Du musst dich um nichts kümmern. Kommst du an, gibst du Entwarnung. Meldest du dich nicht rechtzeitig, löst AutoSOS von allein Alarm aus.

Solange nur begleitet wird, speichert AutoSOS nichts, deine Vertrauensperson hört nur live. Eine Aufnahme entsteht erst, wenn daraus ein Alarm wird.

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Anzeige eingestellt, Aussage gegen Aussage?

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 25.000 Fälle von Stalking angezeigt. Verurteilt werden etwa 770 Täter. Viele Verfahren werden eingestellt, weil außer dir niemand dabei war.

Mit AutoSOS war jemand dabei. Nach jedem Alarm gibt es eine Vertrauensperson, die mitgehört hat, und eine Aufnahme mit Datum, Uhrzeit und Ort. Die Aufnahme gehört dir, und du entscheidest, was damit passiert. Ob ein Gericht sie verwendet, entscheidet es im Einzelfall. Aber es ist nicht mehr nur dein Wort gegen seins.

Stalking-Tagebuch und AutoSOS

AutoSOS ist kein Stalking-Tagebuch. Der zwanzigste Anruf, die Nachrichten, das Auto vor dem Haus: Das hältst du weiter selbst fest, auf Papier oder digital. Aber ein Alarm füllt die wichtigsten Spalten fast von allein: Datum, Uhrzeit, Ort, eine Zeugin und den Ton. Trag ihn in dein Tagebuch ein.

Aufnahmen bleiben sieben Tage. Danach löscht AutoSOS sie, mit Absicht: Was nicht mehr da ist, kann niemand finden, der dein Handy durchsucht. Willst du eine Aufnahme behalten, exportiere sie vorher unter „Meine Aufnahmen“. Daraus wird eine Datei mit Passwort, darin der Ton, Beginn und Ende und der Ort. Gib sie deiner Beratungsstelle, deiner Anwältin oder einer Vertrauensperson, nicht nur auf dein Handy.

Ehrlich gesagt: was AutoSOS nicht kann

Es beendet kein Stalking. Es sorgt dafür, dass du in dem Moment, in dem er vor dir steht, nicht allein bist. Anzeige, Tagebuch und Beratung ersetzt es nicht.

Es ruft nicht von allein die Polizei. Alarmiert werden die Menschen, die du eingetragen hast. Sie entscheiden, ob sie die 110 wählen. Bist du in akuter Gefahr und kannst telefonieren, ruf selbst die 110.

Auf dem Display ist der Alarm zu sehen. Solange er läuft, zeigt dein Handy das an, am iPhone als laufendes Telefonat. Liegt es gesperrt in der Tasche, sieht das niemand. Mit dem Knopf beendest du den Alarm, ohne hinzusehen.

Wer dein Handy durchsucht, findet die App. Er findet aber keine Liste deiner Alarme. Wenn dein Handy vielleicht kontrolliert wird, lass dir die Einrichtung in einer Beratungsstelle zeigen. Mehr dazu auf der Seite Hilfe bei häuslicher Gewalt.

Häufige Fragen

Mein Ex lässt mich nicht in Ruhe. Was kann ich tun?

Sag ihm einmal klar, dass du keinen Kontakt willst, und reagiere danach nicht mehr. Schreib jeden Vorfall auf, erzähl deinem Umfeld davon und lass dich beraten, zum Beispiel beim Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS unter 116 006. Eine Anzeige hilft oft, und beim Amtsgericht kannst du ein Kontakt- und Näherungsverbot beantragen. Für den Moment, in dem er vor dir steht, holt AutoSOS unauffällig Menschen dazu, denen du vertraust.

Hilft die Polizei bei Stalking?

Ja. Die Polizei rät zur Anzeige und schreibt, dass die Belästigungen danach häufig aufhören. Eine Anzeige führt aber nicht automatisch zu einer Verurteilung, viele Verfahren werden eingestellt. Bei akuter Gefahr kommt die Polizei über die 110. Ist es dafür noch nicht ernst genug, hilft es, wenn trotzdem jemand mithört.

Muss ich Stalking beweisen?

Für eine Anzeige nicht, ermitteln muss die Polizei. Damit es nicht bei Aussage gegen Aussage bleibt, hilft aber alles, was du festhalten kannst: dein Tagebuch, Nachrichten, die Anrufliste, Menschen, die etwas mitbekommen haben. Nach einem AutoSOS-Alarm gehört dazu eine Vertrauensperson, die mitgehört hat, und eine Aufnahme mit Uhrzeit und Ort.

Gibt es eine App für das Stalking-Tagebuch?

Die bekannte App NO STALK des WEISSEN RINGS ist eingestellt, mehr dazu auf der Seite NO-STALK-Alternative. AutoSOS ist kein Tagebuch, hält aber jeden Alarm mit Datum, Uhrzeit, Ort und Ton fest. Für alles andere eignet sich die Vorlage des WEISSEN RINGS (PDF), auf Papier oder am Computer.

Darf ich ihn aufnehmen?

Spricht er dich auf der Straße an oder bedroht dich, ist das kein vertrauliches Gespräch, und eine Aufnahme ist erlaubt. In der eigenen Wohnung ist die Lage nicht so eindeutig. Deine eigenen Worte darfst du immer aufnehmen.

Kostet AutoSOS etwas?

Kostenlos sind der Alarm mit zwei Vertrauenspersonen und zwei Begleitungen im Wachsam-Modus. Mit Premium für 3,99 € im Monat bekommst du bis zu fünf Vertrauenspersonen und den Wachsam-Modus ohne Grenze. Deine Vertrauenspersonen brauchen kein Abo.

Wo bekomme ich sonst Hilfe?

Beim Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS unter 116 006 und beim Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 08000 116 016, beide kostenlos und anonym. AutoSOS ersetzt diese Hilfe nicht, es ergänzt sie. In akuter Gefahr: 110.

Quellen: Polizeiliche Kriminalprävention, Infoblatt „Stalking“ (PDF); WEISSER RING, Tipps gegen Stalking; BKA, Bundeslagebild Häusliche Gewalt 2024; Polizeiliche Kriminalstatistik und Strafverfolgungsstatistik 2024.

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